|
|
Der Tod ist so unspektakulär wie das Leben aus die Rheinpfalz vom 26.05.04 von Franziska Decker |
“ Während er sein Leben erzählt, erweckt er Sympathie, Mitleid, Unverständnis und Abneigung zugleich. Die widersprüchlichen Gefühle zu seinem Journalistendasein, die depressionsartigen Zustände, die Untreue gegenüber seiner Frau, der Hass auf die Kollegen – Siegel spielt das alles so überzeugend, dass man ihm abnimmt, er sei dieser am Leben gescheiterte Mann, der offenbar unter Geltungssucht leidet und dem es trotz aller Entschlossenheit schwer fällt, den finalen Schlussstrich zu ziehen. Bringt er sich nun um oder nicht? Das Stück bleibt bis zum Schluss spannend. ”
“ Sie schweben sozusagen im luftleeren oder virtuellen Raum. Hier verstehen sie sich bestens auf sehr poetischem Niveau, das stellenweise schon mal in den Schwulst abrutscht. Kein Wunder also, das eine solch lyrische Beziehung sich mit der Alltagstauglichkeit schwer tut. Eine Enttäuschung im wörtlichen Sinne war vorprogrammiert und so überzeugt die knackige Theaterstunde auf dem Lindenhof just im Hier und Jetzt: will heissen der Unbill des realen Lebens. Etwa wenn Hedwig Franke beim ersten Treffen ein Gesicht zieht, das wahrlich alles sagt oder wenn Boris Ben Siegel sich verzweifelt aus den peinlichen Angebergeschichten hinausstehlen will. “
“ Stefan versucht' s beim ersten Rendezvous mit der „Mein Haus, mein Pferd, mein Auto“- Nummer, merkt aber schnell, dass das eine schlechte Idee war und will sich aus der Affäre ziehen, wobei Boris Ben Siegel als Stefan köstliche Männerverlegenheitsspiele zu schauspielern weiss. “
“ Seine Initiatoren und Leiter, die Profi-Schauspieler Coralie Wolff und Boris Ben Siegel, haben sich bei dem Stück vom schwarzen Humor des englischen Autors Roald Dahl inspirieren lassen und dessen makabre Geschichte "Geschmack" geschickt für zwei Personen dramatisiert, die sie – in Szene gesetzt von Olaf Peters – auch selbst spielen. Sie bleiben dabei nicht an der Oberfläche der Erzählung, sondern gestalten in Körperhaltung, Mienenspiel und Sprache zwei Figuren, deren Gefühle angesichts der sich anbahnenden Katastrophe auf den Prüfstand geraten. “
“ Brit Bartuschka und Boris Ben Siegel erzählen eine kleine Geschichte so großartig, dass sich daraus ein abend-füllendes Roadmovie machen ließe, ... “
“ Der Autor William Mastrosimone stellt in seinem Stück wahrlich zwei schräge Vögel vor, denen Brit Bartuschka und Boris Ben Siegel so viel Leben einhauchen, dass die banale Geschichte eben doch fesselt, und der Zuschauer erlebt in knapp 70 Minuten irendwo in Philadelphia, wie sich zwei eigentümliche Menschen auf ungewöhnliche Weise einander annähern. “
Irgendwo in Philadelphia aus Mannheimer Morgen vom 03.05.03
zum Stück: Fliegende Fische - Dir wird nichts geschenkt
Ferne Nähe und vertraute Fremdheit aus die Rheinpfalz vom 03.11.03 von Heike Marx
“ Und weil kein anderes Medium eine Stimmung so intensiv zeichnet wie die Musik, ist es ein Liederabend. Anja Pawelke und Boris Ben Siegel haben unter professioneller Anleitung trainiert. So sind einige Nummern hitmäßig stark geworden.... Für den elegischen Ton ist Boris Ben Siegel zuständig, für melodramatische Expressivität Anja. Der breitschultrige Marlboro-Typ zeigt sich überraschend sanft und besinnlich, die „kleine Frau“, so wird sie in einem Lied genannt, volltönend und heftig. “
“ Beamter Eins, Boris Ben Siegel, sucht im ganzen System die Philosophie, Symmetrie und Idealschönheit zu erläutern. Er ist der geduldige Weise – doch erschreckend unlogisch ist seine Argumentation. Das System gibt ihm aber am Ende immer Recht, auch wenn es unter der Schwere der Akten einzustürzen droht: Die Bürgerin ist macht- und sprachlos. Vor allem beim Anblick der Verwandlung, die sich am Ende an den zwei verbeamteten Helden vollzieht. Insgesamt eine kafkaeske Situation zum dramatischen Leben erweckt – faszinierend. “
Der Büroschlaf als Grundrecht aus die Rheinpfalz vom 03.03.03
“ Nummer 1 ist Boris Ben Siegel, ein grauer Subalternentyp, der Rechtfertigungen, interne Querelen, Verweigerungshaltungen und Verdrehungskünste zu einem unverdaulichen Einheitsbrei zusammenquasselt. “
“ Boris Ben Siegel spielt den Wächter kunstvoll am Klischee vorbei und wunderbar natürlich. “
“ Sein Wächter gibt sich zunächst tough-professionell, doch schnell zeigt sich, dass das Stockholm-Syndrom in beide Richtungen funktioniert. Geschwätzig wird er, der Mann mit Brille und Perücke und hat in “beautyful german english” über seine Ex-Frau mehr mitzuteilen, als das Opfer zu hören interessiert ist. Boris Ben Siegel gibt dem Wächter jene exzellente Mischung aus durchgeknallter Existenz und sympathischen Proll, die ihn zur glaubwürdigen Figur werden lässt. “
Wer den kleinen Finger gibt aus Scala 12/04 von Ralf-Carl Langhals
|
|
|
|
|
|
“ Dem sensiblen und überzeugenden Spiel von Hedwig Franke als Hannah und Boris Ben Siegel als Stefan ist es zu verdanken, dass diese Aufführung, bei der auf jegliche mediale Hilfsmittel verzichtet wird und lediglich Toneinspielungen auflockern, spannungsreich endet. “
Körperliche Nähe unerwünscht aus Mannheimer Morgen vom 07.03.04 von Fr. Altmann
Ganztagsgestikulantin und Aufsagebraut aus Scala Mannheim vom 01.04.04 von Ralf-Carl Langhals
zum Stück: DIAL INN - Liebe im Chat
DIAL-Inn aus meier vom 01.04.04 von Ralf-Carl Langhals
zum Stück: Q 10 überAltern. ÜberLeben. überLeichen.
Zum Überleben über Leichen gehen aus Mannheimer Morgen - Sonntag Aktuell, 09.10.2005, bas
Dem Regisseur Boris Ben Siegel gelingt es mit seinen Schauspielskollegen, inklusive dem jungen Erzähler Gregor Nebel, die schwierige Gratwanderung zwischen kalter Atmosphäre, ironischem Witz und ernsthaftem Hintergrund, meisterhaft in Szene zu setzen.
Mörderischer Lebensabend Die Rheinpfalz, 11.10.2005, Stefanie Schnitzler
Boris Ben Siegel inszeniert die Zukunftsgroteske temporeich und kurzweilig. Inszenierung und Schauspieler tragen über die dramaturgischen Lücken des Stücks hinweg.